Zweite Tour im Dünengebiet von Erg Chebbi Marokko

vom 12.10.2013 bis 20.10.2013



Im August des vergangenen Jahres fragte Thomas mich, ob ich nicht wieder Lust hätte im Oktober mit nach Marokko zu kommen. An mir sollte es nicht liegen, aber ich bat Thomas erstmal mit meiner Frau Tina über dieses Vorhaben zu sprechen, um zu erkunden, was sie davon hält. Immerhin wäre es das zweite Mal in diesem Jahr, dass ich sie alleine lasse und meinem Hobby nachgehe. Nach einiger Zeit kam Thomas mit einem Lächeln und mit Daumen noch oben zurück.

Jetzt blieb nur noch schnell zu Clemens Eicker zu fahren und nachzufragen, ob noch ein Platz auf dem Transporter frei sei. Natürlich sei zwischen den Quads noch für eine Solomaschine Platz – trotzdessen, dass Jürgen und Thomas mit ihren Crossern auch mit von der Partie sind. Da ich mit der F 650 GS seit März nicht gefahren bin, brauchte ich nicht lange, bis alles einmal durchgeschaut war.

Am 05.10. brachte ich mein Mopped zu E-ATV in Rayen – einem Ortsteil von Neukirchen-Vluyn, zur Verladung. Der Versorgungstruck, beladen mit 12 Quads, 2 Solomaschinen und 2 Crossern, wurde schon mal voraus geschickt. Clemens Eicker, der auch der Konstrukteur des Unternehmens ist, fuhr den Truck gemeinsam mit seiner Frau Birgit von Rayen aus quer durch Europa nach Almeria in Andalusien. Hier wurde der Truck auf eine Fähre verladen mit dem Ziel Nador in Marokko. In dem Racetruck ist eine kleine Werkstatt integriert, die die gängigsten Ersatzteile und Öle enthält.


 

Ein Woche später – am 12.10., starteten wir mit dem Flieger von Düsseldorf aus. Der Flug ging über Paris bis nach Rabat, der Hauptstadt Marokkos. Dort stiegen wir in Minivans um und kamen nach einer zweistündigen Fahrt in Fès an. Wie Rabat, Marrakesch und Meknès gehört Fès zu den vier Königsstädten Marokkos. In der Ferienanlage „Diamand Vert“ hatten wir die erste Übernachtung.






Vor Ort erwarteten uns auch unsere Maschinen, die ja schon eine Woche vorher vorgeschickt worden waren. Am nächsten Morgen starteten wir von hier aus auf der N8 in Richtung Ifrane, um später bei Azrou auf die N13 zu wechseln. Südöstlich der Stadt Midelt stießen wir auf die Ausläufer des Hohen Atlas und fuhren von dort aus ins Gebirge und gelangten hinter Rich in die Schluchten des Flusses Ziz (Gorges du Ziz).

  


Die malerischen Schluchten werden vom Ziz durchquert und seine Ufer werden von Dattelpalmen gesäumt. Weiter geht es auf der N13 nach Errachida, welches auf 1030 ü. d. M. liegt. In der Nähe dieser Provinzhauptstadt wird der Ziz seit 1971 mittels eines Dammes aufgestaut (Barrage Hassan Adakhil) – der See dient der Trinkwasserversorgung und der Wasserregulierung, da es bei den seltenen Starkregenfällen früher zu schlimmen Überschwemmungen kam. Während die Landschaft nördlich des Gebirges noch eher grün war so wurde es südlich des Hauptkammes immer wüstenähnlicher. Von Errachida waren es noch ca. 100 km  bis an unser Ziel in Merzouga. Dabei passierten wir die Stadt Erfoud, in deren Umgebung unter anderem der Film "Die Mumie" gedreht wurde.Merzouga liegt westlich auf 800 m über dem Meeresspiegel am Fuße des Erg Chebbi und bildet den Ausgangspunkt für die meisten touristischen  Aktivitäten in diesem Gebiet.


Erg Chebbi

Das Erg Chebbi ist eine der beiden großen Dünenlandschaften in Marokko. Erg bedeutet in der Übersetzung soviel wie  „Sandmeer“. Der Wind türmt den Sand in diesem Gebiet zu „Bergen“ von etwa 150 Metern auf und durch seine anhaltende Kraft verändert er auch fortwährend das Aussehen der Landschaft. Das Erg erstreckt sich in Nord-Süd-Richtung auf eine Länge von 22 km und breitet sich in West-Ost-Richtung auf ca. 5 km aus.
Seltene Regenfälle können dazu führen, dass ein Teil des Sandmeeres Wüstengräser zum Wachsen bringt. Westlich des Tourismusortes Merzouga bildet sich bei diesen winterlichen Regen ein See, der in wenigen Tagen unzählige Flamingos anzieht.
Es gibt in dem Erg Stellen von denen man nur noch Sand sieht, der bis ins Endlose zu gehen scheint und dies kann den Besucher in eine scheinbare zeit- und geräuschlose Welt entrücken.
Die Einheimischen nutzen den heißen Sand zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen.




In der Nähe des Ortes gib es einen Salzsee der nur selten mit Wasser gefüllt ist und so auch während unseres Aufenthaltes trocken lag. Unsere 16-köpfige Reisegruppe hatte im Hotel KSAR BICHA Quartier. Die Zimmer gefielen mir gut – sie war geräumig und hatten große Betten. Ein mit Palmen umstandener Pool bot belebende Erfrischung an. Dadurch,  dass die ganze Anlage im traditionellen Stil errichtet ist, hat diese etwas Märchenhaftes. Man erwartet, dass jeden Augenblick eine Karawane durch die Tore in den Innenhof einzieht. Der Hotelbesitzer Ali Oubassidi spricht sehr gut deutsch und hatte immer ein offenes Ohr für seine Gäste.



    



Unsere Gruppe war lustig, gut gelaunt und alles war stressfrei. Wie schon bei der letzten Tour waren auch diesmal wieder einige Holländer mit dabei. Die hatten den ganzen Tag eigentlich nur Blödsinn im Kopf, was zur allgemeinen Erheiterung beitrug. Sie hatten das „Unglück“, dass zwei ihrer Quads (Yamaha Raptor) kaputt gingen. Bei dem einen Quad hatte sich das Schwingenlager verabschiedet und beim anderen hatte der Motor mittels Explosion seinen Dienst quittiert. Da waren ihre Besitzer ganz pragmatisch und machten aus zwei Quads eines und konnten so weiter an dem „Sandkastentreiben“ teilnehmen


       




      



Bei dieser Tour habe ich die Zeit genutzt und bin einige Male alleine über Land gefahren und habe dabei wieder viele Eindrücke sammeln können. Die Wüste besteht nicht nur aus hoch aufgetürmten Sanddünen, sondern ebenso aus großen Gebieten, die von Schotter übersät sind. Auch wurde es mir wieder deutlich wie freundlich und hilfsbereit die Einheimischen doch sind, wenn man einige Brocken Französisch spricht und sich nicht scheut Hände und Füße zur Hilfe zu nehmen. Das Wetter war mit zeitweilig 30 Grade einfach genial. Wie schon beim letzen Mal habe ich die Gelegenheit beim Schopfe gefasst und bin einige Kilometer offroad gefahren.




Am 15. 10. war ich mit zwei anderen der Gruppe unterwegs – wir wollten die Gegend um den Salzsee erkunden, als es mich fast vom Mopped gerissen hätte. An einer Stelle, an der es leicht bergab ging, tauchte auf einmal eine etwas 1 Meter breite Rinne vor mir auf. Diese musste wohl bei einem dieser Starkregen, die es hier hin und wieder gibt, ausgewaschen worden sein. Im letzten Moment fiel mir ein:“ Du musst Gas geben!“ Also Gas auf und festhalten! Das Vorderrad kam noch gut auf der anderen Seite an – aber mit dem Motorblock setzte ich auf und wurde dabei kräftig durchgeschüttelt. Die Hauptsache war – sitzen geblieben und nicht abgestiegen. Wenn du in dieser Gegend unterwegs bist, ist es unumgänglich, ein Navi dabei zu haben. Schnell hast du dich bei den ganzen Wegen und Pisten verfranst.


                             



An einem anderen Tag begegnet wir auf einer unseren Fahrten durch die Dünen einer Gruppe von Teilnehmern der Oilibya Rallye Marokko 2013. Ich kann mich nicht ganz des Eindruckes erwehren, dass sie alle ein wenig – nun nennen wir es mal - verhaltensauffällig sind. Die heizen mit Geschwindigkeiten durch die Dünenlandschaft – einfach unglaublich und egal ob nun mit den Auto, LKW, Motorrad oder Quad. Sehr interessant dieses zu beobachten. Parallel gab es eine reine Frauen Rallye – die hatten alle T-Shirts im „Hello-Kitty-Style“ an


  




Ein kleines Highlight gab es auch noch an vorletzten Abend. Da Thomas seiner Anja auf der Marokko-Tour im März einen Heiratsantrag gemacht hat, hatte ihm Ali der Hotelbesitzer versprochen, bei ihrem nächsten Besuch für sie eine Berberhochzeit auszurichten. Dieses Versprechen hat er in seinem Wohnzimmer mit seiner Frau und allen verwandten Frauen für Anja und Thomas eingehalten. Anja und Birgit wurden zum Pfannkuchen-Backen eingeladen. Es wurde Tee getrunken. Alle Frauen haben gesungen und gelacht und Anja wurde in mehreren Schichten eines originalen  Hochzeitsgewandes gekleidet. Sie wurde aufwendig mit den Farben gelb, rot  und schwarz geschminkt und schlussendlich bekam sie noch einen aufwendigen Kopfschmuck aufgesetzt. Auch Thomas wurde nach Berbertradition gekleidet und geschminkt – sein Gesicht war bis auf die Augen ganz verhüllt. Er wurde dann zu seiner „Braut“ gebeten, die er aber nicht berühren durfte. Ali Sprach einige Worte in der Sprache der Berber und beendete damit die Zeremonie. Nun durften sich die beiden bei den Händen fassen und wurden zum Hotel gefahren. Am Hotel angekommen wurden sie mit landestypischer Trommelmusik empfangen – der Abend endet mit einem großen köstlichen Essen.




  



  


Am 19 Oktober ging es dann den gleichen Weg zurück nach Fes, dorthin, wo das Abenteuer begonnen hatte. Ich war wieder begeistert von diesem Urlaub und denke, es war nicht das letzte Mal im Sandkasten. Ich bedanke mich bei Clemens und Birgit Eicker von E-ATV für die tolle Organisation und reibungslose Durchführung der Reise.

Georg Bäumel im Oktober 2014



 Alle Fotos der Tour mehr.
www.eatv.de


www.ksarbicha.com



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Georg Bäumel
Neukirchen Vluyn

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