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Hier habe ich mein Reisetagebuch mit den entsprechenden Bildern von der Indienreise 2010 eingestellt, nachdem mein Bruder Frank so nett war und mein handgeschriebenes Tagebuch (das ich von meiner lieben Frau Tina auf meine Reise mitbekommen habe und führen musste(!), in Word übertragen hat, haben wir jetzt die passenden Bilder zuordnen können. Ziel der Reise war die Fahrt zum (vermutlich) höchstbefahrbaren Pass der Erde im Himalayagebirge -Ladakh. Der Pass heißt Kardung La und ist ca. 5.600 Meter hoch.
Auf der Reise hat mich mein Freund Frank Demmig begleitet. Ein halbes Jahr vor der Reise habe ich ihn gefragt, ob er Lust hat, eine Motorradtour mit mir zu machen - nach Indien.... Nach 2 Monaten kam die Zusage! und wir planten dann unsere gemeinsame "Höhen"-Tour.


Kommentar von Frank Demmig:
“Bömmel kam im Sommer 2009 auf die geniale Idee, nach Indien zu fahren. Die Antwort auf meine Frage "warum Indien" war zuerst nicht richtig zu verstehen. Er murmelte da was von 5000er. Irgendwie erinnerte ich mich daran, was Reinhold Messner damals über den Sauerstoffmangel in den Höhen erzählte.
Bömmels Antwort darauf: "Wenn die Enfields genügend Sauerstoff für den Motor haben, dann reicht der doch auch für uns."
Ich glaubte ihm und die Tour war gebongt.... Im Nachhinein muss ich sagen, dass wir mit der Wahl ins Bullseye getroffen haben. ..“

Tourenabschnitte: Chandigarh - Shimla,
Shimla - Rampur, Rampur - Chindi, Chindi - Naggar, Naggar - Keylong, Keylong - Sarchu, Sarchu - Leh, Leh - Alc, Alci - Kargil, Kargil - Srinagar und Agra.
Hier kann man sehen wo wir von Neu Dehli über Leh nach Srinagar gefahren sind.
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Samstag, 10. Juni 2010 - Aufenthalt in Delhi

Der Flug war natürlich sehr klasse. Wir haben im Jumbo ganz vorne gesessen. Der Flug ging über Österreich Ungarn, Bulgarien, Ukraine, Afghanistan, Pakistan nach Delhi, Indien.
Das Hotel ist fast wie in Manila – eben Asien halt.
Sind nach Ortszeit um 3:30 Uhr ins Bett. Das Frühstück kam um 9:00 Uhr ans Bett. Danach das Übliche – wer macht den Schrankdienst? Als wir aus dem Hotel raus sind, dachte ich, wir stehen am Hochofen + 40° C.
Die Eindrücke in den Straßen sind schon beeindruckend, die Farbenvielfalt, die vielen Menschen, Garküchen und leider viel Dreck. Im Straßenverkehr ist die Hupe das Wichtigste! Wenn die Menschen einen Fotoapparat sehen, schauen sie sehr skeptisch, aber auf Nachfrage kann man teilweise fotografieren.
Nachdem wir ein Shoppingmale gesucht und nicht gefunden haben, fuhren wir 2 Stunden mit der Metro durch Delhi; diese war glücklicherweise mit einer Klimaanlage ausgestattet. Soviel Wasser habe ich noch nicht getrunken.
Abends sind noch drei Leute gekommen – 1 Bayer und 2 Engländer.
Die beiden Tourguides haben sich auch noch vorgestellt. Beim Abendessen haben wir uns schon mal kennengelernt.






Mehr Fotos auf Picasa

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Sonntag, 11. Juli 2010
Fahrt von Delhi nach Chandigarh ( by car)

Heute morgen waren dann alle beim Frühstück da – die Letzten kamen um fünf Uhr mit dem Flieger Hamburg-Delhi. Nach dem Frühstück war um 9 Uhr Abfahrt. In jedem Kleinbus waren sieben Leute mit Fahrer. Die Fahrt war interessant und anstrengend. Unterwegs haben wir einmal Mittagspause gemacht – in Karnul und eine Pinkelpause wurde eingelegt.
In Chandigarh war Christoph (unser 2. Guide) auch schon da, er war mit einer Enfield aus einem anderen Ort angereist. Nachdem wir unsere Sachen ins Zimmer gebracht hatten, so um 16 Uhr, waren die Motorräder von den LKW’s abgeladen. Die Mechaniker, die uns die ganze Tour begleitet haben, haben alle Kräder noch einmal durchgesehen. In der Zeit zwischen Ankunft und dem Abendessen sind wir noch in einem Freizeitpark gewesen, „Rock Garden“. Hier sind jede Menge Betonfiguren ausgestellt. Das Ganze hat ein pakistanischer Flüchtling geschaffen. Tuktuk fahren ist wie in Thailand.
Das Abendessen ist immer wieder ein Schauspiel – alle können Englisch, aber keiner weiß, was auf der Karte steht (Englisch), also hat man versucht, uns Hammel anzudrehen.
Nachdem Abdul (der 1. Tourguide) die Bestellung in die Hand genommen hatte, gab es dann doch für alle das gewünschte zu Essen. Für mich gab es Huhn süß – sauer. Von den anderen habe ich auch probiert. Es war nichts Scharfes dabei. Nach dem Abendessen (um 19 Uhr) war dann ein kurzes Briefing (z.B. Linksverkehr, Rechtsschaltung, Regeln zum Straßenverkehr)
Ja und das Wichtigste überhaupt: Schlüsselverteilung und die erste Probefahrt mit den Maschinen. Das Antreten ist etwas für den A…, da die Enfields kleine „Zicken“ sind und wir technikverwöhnt…. Mit dem Fahren habe ich keine Probleme – Schaltung rechts, Bremse links. Heute Abend sind wir dann noch in eine Taverne.
Noch was: im letzten Zimmer hatten wir 18 Licht Schalter.





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Montag, 12 Juli 2010
Chandigarh – Shimla

Heute muss ich erst einmal alle Mitstreiter vorstellen:
Jürgen aus Kaufbeuren,
James und Philip aus Yorkshire,
Volker und Janette,
Sibille und Cello aus der Schweiz,
Tom aus Lübeck,
Michael aus Kiel,
Frank aus Wiesbaden,
Christoph aus Deutschland und Abdul aus Indien

Nach dem Frühstück ging es um 9:30 Uhr bei strömendem Regen los. Ist schon seltsam, links die Fußbremse und rechts Schaltung und zu allem Überfluss: 1. Gang nach oben, 2., 3.und 4. Gang nach unten. Wir brauchten ca. 1 Stunde, bis wir den Großraum Delhi verlassen hatten. Nach zwei Stunden hatte es dann aufgehört zu regnen. Unterwegs haben wir ein paar mal Pause gemacht.
Die Bauweise der Häuser ähnelt vielfach der in Thailand oder auf den Philippinen und überall liegt viel Müll herum. Gegen 16 Uhr haben wir Shimla erreicht – von der Stadtgrenze bis zum Hotel brauchten wir mehr als eine halbe Stunde. Es führen nur schmale Straßen durch die Stadt. Es wird dauernd gehupt, egal man rollt oder nicht. Nachdem das Gepäck auf den Zimmern war und alle eine Pause gemacht hatten, ging es gegen 18:30 Uhr zum Essen in die Stadt. Vom Hotel aus bis in den Stadtkern lief man ca. eine halbe Stunde den Berg hinab. Und später ging es dann wieder den Berg hinauf. Mit dem Essen habe ich noch keine Beschwerden. Wir nahmen im Hotel noch einige Getränke und haben noch einige Bilder geschossen.
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Dienstag, 13. Juli 2010
Aufenthalt in Shimla

Nach dem Frühstück sind Frank, Jürgen und ich zu Fuß zur Stadtbesichtigung los. Die Stadt wurde in der Kolonialzeit von den Engländern als Sommerresidenz genutzt. Die Temperaturen im sommerlichen Delhi liegen bei ca. 45°C und das auf fast 2200m liegende Shimla hat zur selben Zeit ungefähr nur 25°C und abends sinkt sie auf unter 20°C.
Es gibt in der Stadt viele Gebäude, die im viktorianischen Stil gebaut wurden, sie schmiegen sich eng an die steilen Flanken der Berge, dass muss man einfach gesehen haben. Zur Zeit der Briten durfte nur der Vizekönig, der Oberbefehlshaber der Indien Armee und der Gouverneur des Punjabs sich innerhalb der Stadt mit einer Kutsche – später mit einem Automobil, bewegen, während sich die übrigen Bewohner unzähliger Rikschas bedienen mussten. Die Viertel sind über viele kleine Gassen und steile Treppen miteinander verbunden. Die positiven sommerlichen klimatischen Verhältnisse sind in den letzten Jahren wiederentdeckt worden und so entwickelt sich die Stadt stetig zu einem Tourismuszentrum. Immer mehr Inder machen in Shimla einige Tage Urlaub, die Anzahl der Hotels steigt stetig. Ebenso viele Händler mit ihren Geschäften gibt es hier. Fotomotive gibt es hier wie Sand am Meer. Wir werden öfters angesprochen, ob wir uns mal mit den Leuten fotografieren lassen wollen. Es sind aber nur junge Leute zwischen 18 und 25 Jahren. Viele junge Frauen schäkern mit den Augen und lächeln uns an, obwohl sie in Begleitung sind. Zurzeit gibt es im Norden Indiens viel Regen und Überschwemmungen und Erdrutsche. Der Rohtang Pass* ist noch bis mindestens Mittwoch den 17.07.2010 gesperrt. Gegen 15 Uhr waren wir wieder im Hotel und haben uns etwas ausgeruht.
Irgendwie merkten alle, dass die Luft etwas dünner ist. Von der Truppe haben schon viele eine Menge Fernreisen gemacht.
Zum Abendessen nochmal in die Stadt. Heute habe ich zum Laufen keine Lust mehr.

*Rohtang Pass
Über den strategische wichtigen Rohtang Pass im Norden Indiens führt der National Highway 21 und verbindet den nordwestindische Punjab mit der Berg- und Grenzregionen von Ladakh. Der Pass ist nur im Sommer passierbar und erreicht offiziell eine Höhe von 3978 Meter und ist die Brücke zwischen dem monsunbestrichenen hinduistisch geprägten Regionen des Hügel- und Mittellands und den buddhistisch geprägten wüstenartigen Hochgebirgsregionen des Himalaya.
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Mittwoch, 14.Juli 2010
Shimla – Rampur

Abfahrt um ca. 9 Uhr bei strahlendem Sonnenschein. Meine Bullet springt mal wieder schlecht an und Abdul hatte Mitleid. Nach 10 km mussten wir schon der ersten Umleitung folgen, weil die Straße gesperrt war. Also war das Verkehrschaos komplett, nur mit Mühe kam man durch und bei 13 Motorrädern dauert es dann auch. Als wir alle wieder beisammen waren, war der nächste Stopp – Janette hatte einem Platten und das auch noch vor einer kleinen Werkstatt.
Was eben so eine Werkstatt ist. Montageeisen, Flickzeug, Montagebühne, Kompressor und eben viele Hände. Nach einer ½ Stunde war alle fertig.
Viele Kühe und Hunde waren heute auf der Straße. Die Hunde bleiben auch liegen, auch wenn du wild hupst. Da sich so gut wie keiner um die Hunde kümmert, fressen die alles was rumliegt. Außerhalb einer Ortschaft lagen die Reste einer Kuh im Straßengraben und einer dieser Hunde machte sich daran zu schaffen.
Wenn man überholt sollte es vermieden werden sich einem LKW oder Bus mehr als nötig zu nähern – „TÖDLICH“! Die allgemeine Rangfolge wird, wie folgt, durch die Größe und Masse bestimmt:
1. LKW
2. Bus
3. Auto
4. Motorrad
5. Fahrrad
Und zum Schluss: Mensch.
Aber es kann auch einen LKW treffen – unterwegs lag heute einer umgekippt auf der Straße.
Heute sind wir bei 2200m gestartet, auf 2700 m gestiegen und anschließend auf 900 m hinunter. Beim Start in Shimla waren es heute Morgen 20° C und hier in Rampur sind es 34°C. Wir kamen nach allen Umwegen und Schwierigkeiten gegen 15:30 Uhr an. Alle waren durchgeschwitzt und müde. Im Hotel gibt es keinen Alkohol, weil sie keine Lizenz für den Ausschank haben. Am Abend sind wir zuerst zu einem Hindutempel gelaufen und Christoph hat uns etwas zur Hindukultur erklärt. Danach sind wir auf ein paar Getränke in einem Lokal eingekehrt. Essen und Trinken sind hier, für unsere Verhältnisse, sehr günstig.
Habe heute mal wieder mit meiner ZM (Abkürzung für meine Tina, die Zaubermaus) gesprochen.
Es ist 23:30 Uhr und wir liegen schon im Bett.
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Donnerstag, 15 Juli 2010
Rampur – Chindi

Frühstück wie gehabt, danach 9:30 Uhr Abfahrt. Beim Losfahren war es schon sehr warm.
Wir sind ca. 25 km zurück gefahren, um dann auf eine kleinere Straße zu wechseln. Vor der Abfahrt musste noch eine abgebrochene Fußraste an Philipps Maschine ersetzt werden.
Nach einigen Kilometern kam eine kleine Baustelle, so dass der Verkehr einspurig wurde. Uns kam natürlich ein LKW entgegen. Ich bin noch so einigermaßen durch die Baustelle gekommen, aber im Rückspiegel sah ich noch wie Frank dem LKW auswich und in den kleinen Straßengraben geriet. Er machte den Abflug über den Lenker. Bis ich mein Motorrad abgestellt hatte, stand Frank schon wieder auf den Beinen – es war ihm glücklicherweise nichts passiert. Alles noch einmal gecheckt und dann ging es weiter – die Straßenarbeiter hatten nur dumm dreingeschaut. Die Straße führte an einem großen Fluss entlang – die Aussicht war sehr imposant, da rundherum große grüne Berge sind. Nach einer ganzen Weile „bog“ der große Fluss ab und nur noch ein kleiner folgt unserem Straßenverlauf. Wir sahen viele Reis- und einige Maisfelder, die in Terrassen angelegt waren. In einer kleinen Ortschaft gab es eine längere Pause, da wir Volker verloren hatten. Er hatte sich auf die Anweisung von Einheimischen verlassen und war an einer Straßengabelung fasch abgebogen. Die Straßenbeläge reichen von der teergedeckten Oberfläche bis hin zur Schotterpiste. Die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit betrug heute ca. 18 km/h und wir haben 1000 Höhenmeter überwunden.
Kurz bevor wir das angestrebte Hotel erreichten machten wir noch einmal Pause, um etwas zu trinken und Einkäufe zu erledigen. Als wir den Dorfschmied fotografieren wollten, der mit seinen Freunden Wasserpfeife rauchte, ernteten wir nur böse Blicke. Auf dem Dorfplatz hielten sich nur Männer auf, die uns musterten, als wären wir Außerirdische. Die Fotos haben wir dann verdeckt gemacht. Nach der Ankunft um 15 Uhr im Hotel habe ich mich erst einmal eine halbe Stunde aufs Ohr gelegt, während die anderen ein kühles Bier getrunken haben.
Nach dem guten Abendessen bin ich allein aufs Zimmer – ist schon ein wenig blöde, immer nur Wasser zu trinken. Da habe ich es vorgezogen in mein Tagebuch zu schreiben.
Tagsüber habe ich dank der Tabletten keine Schmerzen in der Schulter. Morgen soll es schon um 8 Uhr losgehen, weil die Strecke so lang ist.
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Freitag, 16. Juli 2010
Chindi – Nagar


Heute um 8:30 Uhr losgefahren und um 16:30 Uhr angekommen, ca 210 km. Den ganzen Tag war es sehr warm. Morgens ca. 1 Stunde im Regenkombi gefahren. Die ersten 60 km waren auf einer kleinen Straße (Feldweg bei uns) zuerst gut geteert, dann teilweise Schotterstraße. Wenn hier Gegenverkehr war, musste man gut aufpassen – keine Leitplanken oder so, dafür aber ein paar hundert Meter tiefe Abgründe. Danach ging es auf den Manali Highway – Hauptstraße ist gut! Verkehr ohne Ende! Die Straßenverhältnisse – nun alles, was man sich so vorstellen kann. Wenn du versuchst vorsichtig zu fahren wirst du abgeschossen, also das gleiche wie die Inder machen, hupen und durch. Mit 13 Motorrädern und einem Auto ist die Gruppe etwas zu groß für Indiens Straßen. Abdul hat sich heute zweimal „verbremst“ und einmal den Teer geküsst. Frank hat sich wohl eine Erkältung zugezogen. Er ist nach dem Abendessen ins Bett und hat Tabletten genommen. Das Hotel war wohl ein altes Kastell, von außen und innen sehr schön. Aber das Bettzeug lässt zu wünschen übrig. Hier im Nagar gibt es einen deutschen Bäcker! Ich konnte leider nicht anders! Drei Teilchen und einen Kaffee.
Der Rutong Pass soll nicht einfach zu befahren sein. Es gibt wohl viel Wasser auf der „Straße“. Lassen wir uns überraschen! Leider hat mein Objektiv eine kleine Macke – der Autofokus geht nicht so richtig.
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Samstag, 17. Juli 2010
Nagar – Keylong

Heute sind wir auf dem Manali Highway nach Keylong über den 4000 m hohen Rohtung Pass gefahren. Ab Manali fing der Anstieg zum Pass an. Am Ortsausgang ist das Flussbett einig hundert Meter breit. Zuerst hatten wir noch Regen der langsam bis auf 3000 m in Nebel überging, danach klärte es ein wenig auf. Die Passstraße war teilweise sehr gut geteert, aber es gab auch Stellen mit Schlamm und Geröll. An den engsten Stellen hatte die Straße nur noch eine Breite von 3 m, an diesen war sie auch in der Regel am schlechtesten. Als wir die Passhöhe erreicht hatten, wurde eine längere Pause eingelegt und einige merkten schon, dass die Luft hier oben sehr viel dünner war. Einige nutzten die Zeit zu einem kleinen Schläfchen.
Es ist unglaublich wie viele Menschen hier im Straßenbau beschäftigt sind und unter welchen Bedingungen sie ihre Arbeit verrichten. Da die Wege zur nächsten Stadt weit und beschwerlich sind, schlafen die Arbeiter auch in der Nähe der Baustellen. Die Behausungen sind in einem solch einfachen und schlechten Zustand, dass wir uns kaum vorstellen können so zu leben. Das Alter der männlichen und weiblichen Bauarbeiter reicht vom Kindes- bis hin zum Greisenalter.
Ungefähr 7 km vor Keylong wurden die Tanks der Motorräder und des Autos bis zum Stehkragen gefüllt, denn die nächste Tanke ist erst in 365 km.
Das Hotel sieht von außen ganz passabel aus und das Innere verströmt den Charme eines alten Ostblockhotels. Die Zimmer sind angenehm groß, aber auch hier könnte das Bettzeug eine desinfizierende Behandlung mit Meister Propper gut vertragen.

*Rohtang Pass
Über den strategische wichtigen Rohtang Pass im Norden Indiens führt der National Highway 21 und verbindet den nordwestindische Punjab mit der Berg- und Grenzregionen von Ladakh. Der Pass ist nur im Sommer passierbar und erreicht offiziell eine Höhe von 3978 Meter und ist die Brücke zwischen dem monsunbestrichenen hinduistisch geprägten Regionen des Hügel- und Mittellands und den buddhistisch geprägten wüstenartigen Hochgebirgsregionen des Himalaya.
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Sonntag, 18.Juli 2010
Daytrip Keylong

Heute Nacht musste Franky mal aufs Klo und nach der Erledigung seines Geschäftes stellte er sich mit Entsetzen die Frage: „Wo ist das Wasser?“ Im Laufe der Nacht hatten fast alle meiner Mitreisenden das gleiche Problem. Auch der Versuch den Hausboys Bescheid zu geben brachte kein Wasser in die Leitungen. Das Frühstück fand dann auch ungewaschen statt. Erst als unser Reiserführer einige deutliche Worte mit der Reiseleitung gewechselt hatte, wurden Bemühungen zur Behebung des Wasserproblems eingeleitet. Der Grund der Störung war eine Wasserpumpe, die nicht genügend Druck in den Leitungen aufbauen konnte. Nach einer längeren Wartezeit hatte Frank die Nase voll und hat dann richtig Druck gemacht. Dies zeigte Erfolg und wir konnten von zweitem Stockwerk in ein Zimmer im ersten Stockwerk umziehen Dort hatte wir dann genug Wasser zum Duschen.
Ich hatte heute fortwährend Kopfschmerzen. Nach dem Frühstück hab ich mich noch einmal aufs Ohr gehauen, aber das brachte auch keine Entlastung.
Gegen 14 Uhr haben Frank und ich noch mit James, Phillip und Jürgen etwas gegessen und sind dann noch 3 Stunden mit den Motorrädern durch die Gegend gefahren. Unterwegs haben wir eine größere Wasserdurchfahrt gefunden und haben gleich alle unsere Kameras gezückt. Nach dem Ausflug waren die Kopfschmerzen endlich weg. Im Hotel gab es keine gekühlten Getränke, nur das Wasser aus der Leitung und so waren wir genötigt, uns noch im Ort mit dem Nötigen einzudecken. Für mich gab es auch etwas – noch einem deutschen Bäcker. Am Abend kehrten die Kopfschmerzen zurück und die Schmerzen in der Schulter lassen mich nur schlecht schlafen. Ich versuch es heute dann mal mit Tabletten.Die morgige Tour geht erstmals auf über 4000 Höhenmeter und die erste Zeltüber-nachtung steht an.
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Montag, 19. Juli 2010
Keylong – Sarchu

Unfälle hatten wir keine, aber mindestens 5 „Wasserdurchfahrten“ mit Tiefen von 10 – 50 cm. An einer Stelle mussten wir ca. 1 ½ Stunden warten, weil die Straße durch Geröll blockiert war. Bei der ersten Durchfahrt bin ich gleich steckengeblieben, dass ich absteigen musste und zu allem Überfluss noch Hilfe brauchte, um das Motorrad wieder da raus zu bekommen. Das Ende vom Lied war, dass das Motorrad durch war und mir das Wasser in den Stiefeln stand. Die Fahrerei war sehr anstrengend, der höchste Pass ging bis auf 4800 m – die Luft war ganz schön dünn. Am späten Nachmittag haben wir unser Zeltlager in einem sehr schöne Tal auf 4300 m erreicht. Die Zelte hatten 2 Betten und eine Nasszelle, die aus einem Waschtisch und einer Sitztoilette bestand. Zum Sonnenuntergang bin ich mit Christoph in den Ort Sarchu gefahren, der ca. 7 km von unserem Lager entfernt lag. Der Ort besteht aus ein paar Zelten und Wellblechbehausungen. Wenn man bedenkt, dass man auf 4300 m ist und rundherum Berge in den Himmel ragen, die hier dann immer noch so hoch wie die Alpen sind, macht das schon eine Menge Eindruck. Um 19 Uhr gab es für alle Abendessen und um 21 Uhr gingen die ersten zu Bett, denn am nächsten Tag geht der Wecker um 5 Uhr und um 6 Uhr soll Abfahrt sein. Morgen haben wir eine Strecke von 250 km vor uns mit drei Pässen, die bis auf 5000 m hoch gehen. Die geschätzte Zeit, die wir unterwegs sein werden, soll bei 12 Stunden liegen. Am heutigen Abend merken fast alle schon die Höhe.

Auszug aus dem englischen Wikipedia und Goole Übersetzer:
Sarchu (auch als Sir Bhum Chun), ein Zeltlager in den Himalaja auf dem Leh-Manali Highway, an der Grenze zwischen Himachal Pradesh und Ladakh (Jammu und Kaschmir) in Indien. Es befindet sich zwischen La Baralacha im Süden und Lachulung La im Norden gelegen, auf einer Höhe von 4.290 m. [1]

Die Fahrt entlang der Manali-Leh Highway in großer Höhe und variable Straßenverhältnissen, dauert normalerweise zwei Tage, so dass Reisende und Touristen diesen Ort als Zwischenstopp für eine Nacht nutzen. Ein Indisches Armeelager liegt in der Nähe des Flusses am Ufer des Tsarap Chu. Die "Autobahn" und damit die Lager sind im Winter geschlossen, wenn der hohe Schnee die Pässe Blokiert.
Diese Stelle kann auch als Startpunkt für die schwierige Wanderung in den Zanskar Region Ladakh verwendet werden.
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Dienstag, 20.Juli 2010
Sarchu- Leh

Die letzte Nacht in den Zelten auf 4290m war wenig erholsam. Es war kalt, die Betten hart und allen litten unter Kopfschmerzen. Der heutige Tag war überwältigend! Wir sind über drei Pässe, die höher als 5000 m waren, gefahren. Bewegend war die Fahrt über ein auf 4700m gelegenes Hochplateau, zeitweise erinnerte die Umgebung an eine Mondlandschaft. Die 60 km lange Strecke bestand aus Teerstraßen, Schotter oder Sand. Dieser Sand war teilweise wie trockenes Mehl und entsprechend staubte es. Jedes Fahrzeug zog eine lange Staubfahne hinter sich her und behinderte so die Sicht der nachfolgenden Fahrer. Auf der Passhöhe des Tanglang La hatten alle mit ihrer Kondition zu kämpfen – er gilt den Inder als zweithöchste zu befahrender Pass der Welt 5360m. Die Aussicht war einfach nur toll. Trotz der Höhe des Passes waren rundherum noch viele Bergeshöhen. Hier oben lag in den Schattenlagen noch stellenweise Schnee. Die Temperatur war angenehm. Als wir nach der Abfahrt die erste Pause auf 4200 m machten, war Frank immer noch angeschlagen – Kopfpinne und Müdigkeit. Als wir 50 km vor Leh waren, hatte sich die Landschaft um uns herum völlig verändert. Auch die Menschen sahen anders aus, sie erinnerten mich stark an Tibeter. Hier in der Region Ladakh können wir nur mit einer speziellen SIM Karte telefonieren – dies wird vom Militär und der Indischen Regierung aus Sicherheitsgründen gewünscht.
Leh ist der Hauptort des Distriktes Ladakh im indischen Bundesstaat Jammu und Kashmir und zählt zu dem höchstgelegenen, ganzjährig bewohnten Städte der Welt. Leh liegt an einem Hang des nördlichen Ufer des Indus und wurde bei den Überschwemmungen im August 2010 sehr in Mitleidenschaft gezogen. In Ladakh stoßen die Interessen von Indien, Pakistan und China aufeinander, alle beanspruchen Teile des Gebietes für sich.
Heute haben wir ein tolles Hotel bekommen. Nach der Ankunft als erstes unter die Dusche und rasieren und noch die Wäsche zum Waschen abgeben. Nach den Abendessen sind wir noch in die Stadt zur ersten Besichtigung.
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Mittwoch, 21. Juli 2010
Daytrip Leh or rest

Der Tagesausflug sah so aus, dass wir ein altes Kloster und den Königspalast besucht haben. Der Königspalast wurde im 17. Jh. errichtet und thront mit acht Stockwerken hoch oben über der Stadt. Die Region Ladakh wurde um 930 n. Chr. ein selbstständiges Königreich und die Regenten entstammten einem Zweig eines alten tibetischen Königshauses. Über die Jahrhunderte hinweg begehrten die Nachbarn Ladakhs das Königreich und es wurde immer wieder mit Krieg überzogen, bis es schließlich im 19. Jh. Teil Britisch Indiens wurde.
Die Stadt Leh hat heute ca. 13 000 Einwohner. Das ansässige Militär überlastet regelmäßig das Stromnetz und so kommt es regelmäßig zu Stromausfällen. Ein Flughafen sichert auch die Erreichbarkeit der Stadt im Winter. Es gibt sogar einen Golfplatz, der durch das Militär gepflegt wird.
Nachmittags sind wir noch durch Leh gelaufen. Die Stadt hat sich in den letzten Jahren zu einem Touristenort entwickelt. Neben dem Tourismus bildet die Silberschmuckherstellung ein wichtiges wirtschaftliches Standbein.
Das Aussehen und die Ausstattung der Geschäfte ist sehr unterschiedlich. Das heißt in den kleineren ordentlichen Läden, die von Touristen besucht werden, gibt es jede Menge Pashmina und Souvenirs. Die von den Einheimischen aufgesuchten Geschäfte fallen durch ein eher vernachlässigtes Aussehen auf.
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Donnerstag, 22. Juli 2010
Daytrip zum Kardung La

Der Ausflug zum Kardung La war sehr aufregend. Die Anfahrt betrug nur 45 km und das Wetter war trocken und frisch. Der Kardung La (La bedeutet im Tibetischen so viel wie Pass) verbindet das Tal des Indus mit dem Nubra – Tal. Da diese Passstraße von großer strategischer Bedeutung ist wird diese fast das ganze Jahr hindurch für militärische Fahrzeuge freigehalten. Von unterwegs konnte man sehen, dass Leh in einem großen Tal auf 3500m liegt. An vielen Stellen konnten wir grüne „Oasen“ sehen. Diese grünen Flächen liegen überall dort, wo auch Bäche oder kleine Flüsse verlaufen.
Nach ca. 2 Stunden Fahrt sind alle heile auf der Passhöhe angekommen. Fasst jeder hatte ein wenig Sauerstoffmangel. Nach kurzer Zeit waren alle Fotos gemacht und die ersten sind dann auch schnell wieder zurückgefahren. Die Passhöhe wird von offizieller Seite mit 5602m angegeben, was wohl nicht ganz, aus welchen Gründen auch immer, den Tatsachen entspricht und so wahrscheinlich eher bei ca. 5360 m liegt. Die Eindrücke sowie auch die Aussichten sind einfach mit Worten nicht wiederzugeben. Die Passstraße zieht sich in langen Serpentinen durch steile Geröllhänge. Ich denke, dass das Höhentraining zuhause mich für diese Höhen gut vorbereitet hat. Frank musste sich arg zusammen-reißen – er hatte doch sehr mit dem Sauerstoffmangel zu kämpfen. Erst als wir wieder 1000 m tiefer waren, ging es ihm besser. Am frühen Nachmittag waren alle wieder gesund im Hotel angekommen. Die meisten haben dann auch eine verspätetes „Mittagsschläfchen“ gemacht – die Müdigkeit kommt von der großen Höhe und der dünnen Luft.
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Freitag, 23. Juli 2010
Leh-Alshi

Heute sind wir nur 60 km gefahren. Die Landschaft ist nachwievor nicht mit meinen Worten zu beschreiben. Die Straße war wie immer von gut bis schlecht ausgebaut. Immer wieder sieht man Straßenarbeiter, die trotz der harten Arbeit mit einem Lächeln oder Winken grüßen. So wie es aus- sieht, leben sie mit ihren ganze Familien (Kinder, Alte und Junge) auf diesen Baustellen. Bei den Ortsdurchfahrten sieht man jede Menge Dreck und Müll herumliegen.
Zeitig gegen Mittag erreichten wir Alchi und die Temperaturen waren wieder recht hoch. Wir bezogen zügig unsere Zimmer, um die Motorradsachen vom Leib zu bekommen und gegen angenehmere Straßenkleidung einzutauschen. Alchi ist ein kleiner Ort mit einem sehr alten buddhistischen Kloster - das zum Weltkulturerbe gehört. Das Kloster soll im 11. Jh.gegründet worden sein und die ältesten noch vorhandenen Gebäude stammen aus der Zeit zwischen dem späten 12. und frühen 13. Jh.. Die Anlage ist nicht, wie viele spätere Klosteranlagen in Kaschmir , als burgähnliche Anlage an den steilen Flanken eines Berges errichtet worden, sondern auf einer Schwemmterrasse des Indus. Berühmt ist dieses Kloster für seine farbenprächtige Ausmalung, die auch nach Jahrhunderten nichts von ihrer Faszination eingebüßt hat.
Mit Frank und Jürgen habe ich mir den Ort ein wenig angesehen. Hierbei konnten wir die Baustelle für den riesigen Staudamm sehen, der in der Nähe von Alchi die Wasser des Indus stauen soll, um die Stromversorgung Ladakhs klimafreundlicher zu gestalten. Einen deutschen Bäcker gab es auch und Kaffee und Kuchen mundeten gut. Auf einem Trödelmarkt haben wir mit einigen Mädchen geflirtet und um einige Souvenirs gefeilscht. Abends gab es noch lecker was zu Essen und danach ging’s zeitig zu Bett. Alchi liegt nur wenig tiefer – rund 400 Meter - als Leh, aber diese Höhe macht weniger Probleme.
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Samstag, 24. Juli 2010
Alchi – Kargil

Heute mussten wir schon um 7:00 Uhr frühstücken, damit wir um 8:00 Uhr starten konnten, denn die Tagesetappe war ca. 170 km lang und führte uns an den Flüssen Indus, am Yalopa und am Sanye luma entlang. Alle drei Flüsse beeindrucken durch ihre Größe – aber der Indus ist der größte. Des weiteren enthielt die Tagesetappe noch zwei Passüberquerungen, zum Einen war der Fotu La mit ca.
4108 m und zum anderen der Nāmika La mit 3880m zu überwinden. Als wir Kargil erreichten, waren wir erstmals unter 3000 m angekommen. Die Stadt liegt an den Ufern des Indus auf einer ungefähren Hohe von 2680 m und ist die Hauptstadt des gleichnamigen Distrikts. Die letzte größere Auseinandersetzung zwischen Pakistan und Indien (1999) ging unter dem Namen Kargil - Krieg in die Geschichte ein.
Im ersten Hotel konnten wir nicht einchecken, weil es überbucht war und so mussten wir mit einem anderen vorlieb nehmen. Wir hatten Glück! Im Reiseführer wird Kargil als Wanzenloch bezeichnet, da die Sauberkeit in vielen Hotels wohl sehr zu wünschen übrig lässt. Das Hotelzimmer war neu eingerichtet, das Bettzeug war sauber und wir konnten alle mit warmen Wasser duschen. Zum Abendessen gab es die üblichen vier verschiedenen Gerichte in guter und ausreichender Form. Nach den Abendessen haben wir noch eine Runde durch die kleine Stadt gemacht. Von den ca. 10.000 in Kargil lebenden Menschen sind 95% Muslime und nur 5% Buddhisten. Entsprechend ist auch die verschleierte Kleidung der Frauen – diese reicht vom Gesichtsschleier bis hin zur Burka. In den Straßen herrscht ein Gewusel wie auf einem Ameisenhaufen, die Leute, hauptsächlich Männer, sind entweder mit Einkäufen beschäftigt oder in laute Gespräche vertieft. Hier in Kargil gibt es keinen Alkohol – nicht einmal unter der Theke, das führte doch zu einigen langen Gesichtern.
Der Indus, der durch den Ort fließt wird von den ansässigen Bewohnern zur Müllentsorgung missbraucht. Sobald es dunkelte, wurden die Abfälle ins Flussbett geworfen. Nun, der Ort ist ja auch nicht besonders sauber –Indien eben.
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Sonntag, 25. Juli 2011
Kargil - Srinagar

Die heutige Abfahrt war schon um 6:30 Uhr, weil eine der Passstrecken immer nur zeitweise für eine Fahrtrichtung freigeben war und wir so vielen LKW entgehen konnten.
In diesen Bergen leben noch viele Nomaden, die in einfachsten Zelten ihr Leben fristen. Zelte!? – irgendwelche Planen werden hier genutzt, um Schutz gegen die Unwegsamkeiten des Wetters zu finden. Wenn es möglich ist, stehen die kleinen Kinder dieser Familien am Straßenrand und betteln.
Wir reisen wieder auf dem NH 1 D und das heutige Stück war eines der interessantesten. Die Strecke wechselte von ihren Belägen wieder von Sand über Schotter wieder zu „Teer“, um über Geroll und Schlamm zu Schotter zurück-zukehren. Der Aufstieg zum Zoji La war beeindruckend! Die schmale Passstraße wand sich steil in engen Schleifen den Berg hinauf und dies hatte zur Folge, dass immer nur von einer Seite aus die Straße für einige Zeit im Wechsel befahren werden konnte. Von der Passhöhe, welche bei 3529 m liegt, konnte man tief in ein Tal blicken, dessen Boden von unzähligen bunten Zelten bedeckt war. Zuerst dachte ich, es wäre ein Flüchtlingslager, aber es war tatsächlich ein indischer Zeltplatz für hinduistische Pilger– eigentlich eine Zeltstadt (Baltal) - die von dort aus die heilige Grotte von Amarnath besuchten. Der Zoji La ist auch das Tor vom kargen Ladakh in das saftige, grüne Hochbecken von Kaschmir. Als wir auf ca. 1700 m waren, wurde es sehr schnell sehr warm und die letzten Kilometer bis zu unseren Unterkünften waren sehr anstrengend. Wir waren auf hölzernen Hausbooten untergebracht, die an den Ufern des Jhelum vertäut waren. Hier mussten wir auch von unseren Motorrädern Abschied nehmen, denn sie waren noch nicht ganz abgekühlt, da wurden sie auch schon verladen und abtransportiert.
Srinagar liegt auf beiden Seiten des Flusse Jhelum und wird von ca. 1,2 Mio. Menschen bewohnt. Das Klima ist subtropisch feucht, aber durch die Höhenlage hat es im Sommer, mit durchschnittlich 24,1 °C, eher moderate Temperaturen und im Winter aber sinken sie nachts auch unter den Nullpunkt - verbunden mit teilweise ergiebigen Schneefällen. Konnte man sich kaum vorstellen, dass es so kalt werden kann, wenn man sich diese üppige Vegetation ringsum so betrachtet. Die Feuchtgebiete rund um Srinagar sind wichtige Überwinterungs-plätze für unzählige Zugvögel aus Sibirien und Zentralasien. Es wird versucht, die in der Stadt und am nahen Dal-See gelegenen Gartenanlagen aus der Zeit der Mogulkaiser, in die Liste UNESCO Weltkulturerbestätten aufnehmen zu lassen.
Unsere Unterkünfte – die Hausboote- waren wie ein Traum aus „Tausend und eine Nacht“. In den Aufenthaltsräumen waren Wände und Decken mit Schnitzereien nur so übersäht, ebenso das Mobiliar und am Boden lagen klassisch buntgemusterte Teppiche und in den Außenloggien konnte man es sich gut gehen lassen. Die fast himmlische Ruhe wurde nur durch den Ruf des Muezzins und von „schwimmenden Händlern“, die von ihren Booten aus ihre Waren feilboten, gestört.
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Montag, 26.Juli 2010
Morgens zum Schwimmenden Markt auf dem Dal Lake,
danach ein Tagesausflug nach Gulmarg (Auch Blumenwiese genannt )

Heute morgen sind wir sehr früh mit ein paar Booten zum schwimmenden Markt abgeholt worden. Hier gibt es alles mögliche an Lebensmitteln frisch vom Feld oder aus dem Wasser. Es wurde auf das Heftigste gefeilscht. Wenn der Preis nicht in Ordnung war, haben sie dem anderen die Ware wieder aus dem Boot geholt. Interessant war auch das „Fotografier-verhalten“ der Japaner, die keine Hemmung hatten den Menschen den Fotoapparat mitten vors Gesicht zu halten.
Nach ein paar Stunden waren alle wieder wie vom Wasser verschlungen weg. Danach ging es zum Frühstück wieder aufs Hausboot. Als alle fertig waren, sind wir mit dem Auto nach Gulmarg gefahren. Gulmarg ist ein Ausflugsziel im nahegelegen Pir Panjal Range Gebirge, wo man auch im Sommer noch mit dem Schlitten fahren kann. Gulmarg ist ein langgezogenes Wiesental, welches auf ca. 2700 m liegt und übersetzt Blumenwiese heißen soll. Der Tourismus steckt hier noch in den Kinderschuhen. Wer will, kann wandern oder begleitet reiten. Es stehen zig Pferde mit Begleiter hier rum. Jeder Pferdeführer sprach uns an, ob wir nicht reiten wollen. Naja, man könnte auch sagen, die waren auch schon lästig. Mit dem Wetter hatten wir kein Glück, denn es regnete, so dass nur Tee trinken und etwas Essen angesagt war. Die Fahrt hin und zurück war das reinste Abenteuer. Der Fahrer hatte wohl verstanden, es handele sich um eine Expressfahrt. Hupen, Augen zu, auf die Gegenfahrbahn und durch. Für die jeweils ca. 60 km hin und zurück brauchten wir pro Strecke rund 3 Stunden. Am späten Nachmittag ist dann der ein oder andere zu Fuß durch Srinagar gelaufen.
Alles in allem war es ein interessanter Tag, wir haben viel gesehen und auch gerochen.



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Dienstag, 27. Juli 2010
Boattrip Srinagar auf dem Dal Lake

Nachdem alle gut ausgeschlafen und ein „indisches Frühstück“ (Weißbrot, Butter und Marmelade) zu sich genommen hatten, kamen drei Boote zu unseren Hausbooten und holten uns zu einem Ausflug ab. Die Boot erinnerten mich ein wenig an die Gondeln in Venedig.
Da Abdul hier in Srinagar zuhause ist, wurde die Fahrt zum kleinen "Verkaufstrip". Es wurden Blumen, Holzsachen, Honig, Kleidung und Teppiche angeboten, aber auch fürs leibliche Wohl wurde gesorgt, indem uns Getränke und Essen feilgeboten wurden. Zur Mittagszeit gab es bei Abdul zuhause einen kleinen Snack. Später besuchten wir am Dal Lake den dortigen Nehru Park und da, eine Trinkwasserquelle, mit deren Wasser angeblich täglich der Politiker J. Nehru versorgt wurde. Der Dal See besteht eigentlich aus vier Seen, die durch eine große Zahl von Kanälen miteinander verbunden sind.
Den restlichen Tag konnten wir die Seele baumeln lassen und uns auf die morgige Abreise nach Agra vorbereiten.
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Mittwoch, 28. Juli 2010

Flight to New Delhi – Trip to Agra by car

Frühmorgens fuhren wir nach dem Frühstück zum Flughafen. Die Abfertigung war etwas aufwendiger, da das Gepäck und auch die Fluggäste sehr genau kontrolliert wurden. Von Deli ging es dann mit dem Auto über den NH 2 nach Agra. Um den „Highway“ nutzen zu können, musste eine Maut entrichtet werden. Die Fahrbahn war für indische Verhältnisse gut ausgebaut. Offiziell waren für jede Richtung zwei breite Fahrspuren vorgesehen, aber diese werden in Indien, wenn es dem einzelnen Fahrer für nötig erscheint, um weitere imaginäre Spuren erweitert. Vor den Mautstationen gab es dann auch bisweilen fünf Fahrspuren – entsprechend groß war dann auch das Chaos.
Im Laufe der Fahrt passierten wir verschiedene Industrieanlagen, die ihre Produktivität mit schwarzen, weithin sichtbaren Rauchfahnen anzeigten. Für uns ein heute doch recht befremdliches Bild. Nach sechs Stunden und ca. 250 km erreichten wir gegen 20 Uhr unser Hotel in Agra. Nach einem gemeinsamen Abendessen sind wir noch etwas „auf die Straße“ und haben die Umgebung erkundet. Aber da wir am nächsten Morgen das weltberühmte Taj Mahal bei Sonnenaufgang besuchen wollten, gingen die meisten früh zu Bett.
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Donnerstag, 29. Juli 2010
Agra

Der heutige Tag begann schon sehr früh, da wir sehr früh am Taj Mahal sein wollten. Gegen 6 Uhr erreichten wir das Gelände des Taj - es war grandios zu erleben wie die aufgehende Sonnen die weiße marmorne Fassade des Monuments in ein zartes Rosa färbte. Dadurch, dass um diese Zeit nur wenige Besucher da waren, konnte die ganze Szene stärker wirken. Später waren so viele Mensche dort, dass wir kein Foto machen konnten, ohne dass viele Menschen die Motive zierten. Diese Grabmoschee wurde im 17. Jh. von einem Großmogul für seine verstorbene Hauptfrau errichtet. Innerhalb von siebzehn Jahren wurde das Monument von über 20.000 Handwerkern und 1.000 Elefanten errichtet. Die Außenfassade wie auch die Wände im Inneren sind zu großen Teilen mit Blumenmustern und Kalligraphien aus Edelstein- und Halbedelsteinintarsien überzogen.
Gegen 10 Uhr fuhren wir von Taj zum Roten Fort – einer Festung aus der Mogulzeit. Es ist eigentlich mehr als nur eine Festung – eher schon eine kleine Stadt für sich. Die Außenmauern sind aus roten Sandstein errichtet. In dieser Festung wurde der Erbauer des Taj Mahals, Shah Jahan, hier von seinem Sohn bis zu seinem Tode gefangen gehalten. Die Legende berichtet, dass Shah Jahan in einem Turmzimmer des Forts starb, von welchem er auf das Taj Mahal sehen konnte. Auch hier waren sehr viele Menschen unterwegs. Das Fort wie auch das Taj Mahal sind auf der Welterbeliste der UNESCO.
Am Nachmittag haben wir noch etwas die Stadt erkundet und waren auch in einem der ärmeren Wohnviertel. Die Wohnungen sind sehr einfach und bestehen in der Regel aus zwei Räumen. Während wir so dort durch die Straßen liefen, konnte ich gut nachfühlen, wie „man“ sich fühlt, wenn man anders aussieht wie die Masse. Angst beschlich mich nicht, aber es war schon sehr unangenehm so intensiv beobachtet zu werden. In den Blicken der Inder war keine Antipathie erkennbar - schon etwas Freundliches – es stellt sich wohl kaum die Frage, wer hier „die Tiere im Zoo“ waren. Wie in allen indischen Orten und Städten war auch hier der Müll allgegenwärtig.
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Freitag, 30. Juli 2010
Agra – Delhi by car

Heute heißt es nun von Indien Abschied nehmen!

Nach dem Frühstück sind wir noch einmal in die Stadt, um die letzten „Staubfänger“ für die Lieben daheim zu kaufen. Nachdem das Gepäck gepackt war, ging es gegen Mittag wieder mit dem Auto über den Highway zurück nach Delhi. Dort konnten wir uns in einem Hotel nochmals frisch machen und für den Rückflug umziehen. Danach ging es zum Flughafen in den „Flieger“ und zurück nach Deutschland.

Diese Reise war für mich – wie wohl auch für die anderen Teilnehmer – eine sehr emotionale Reise. Land (die unterschiedlichsten Landschaften) und Leute (diese einfach nur in ihrem täglichen Leben zu sehen) haben tiefe Eindrücke in mir hinterlassen. Für mich war es bisher die aufregenste Motorradreise – nachdem ich schon weite Teile Europas mit dem Motorrad bereist und befahren hatte.

Ich danke nochmals meiner Frau Bettina dafür, dass sie es mir ermöglicht hat, an diesem Abenteuer nach Indien teilzunehmen!

Und zum Schluss noch ein Dank an das Team von „Wheel of India“ und den beiden Reiseleitern Abdul und Christoph!

Neukirchen-Vluyn den, 12.01.2012 ____ Georg Bäumel